Nachhaltiger Tourismus in den Schweizer Alpen – Eine systemdynamische Analyse der technischen Beschneiung

Aline Schmids Arbeit verfolgt eine relevante und hochaktuelle Forschungsfrage. Sie entwickelte für ihre Arbeit ein eigenes, systemdynamisches Modell, das sie diskutiert und anhand empirischer Fallbeispiele überprüft.

Worum geht es in Ihrer Maturarbeit? 

Meine Maturarbeit erläutert das Spannungsfeld zwischen der nachhaltigen Tourismusstrategie der Schweiz und der technischen Beschneiung. In vielen Schweizer Skigebieten genügt der Naturschnee wegen des Klimawandels bereits seit Jahren nicht mehr, um den regulären Wintersportbetrieb sicherzustellen. Die technische Beschneiung als Adaption ist sehr wichtig, um die Schneesicherheit zu gewährleisten. Gleichzeitig setzt sich die Schweiz durch den nachhaltigen Tourismus zum Ziel, den Wintertourismus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger zu gestalten. Anhand eines selbst entwickelten systemdynamischen Modells und anhand von dessen Analyse und Prüfung erläutere ich in meiner Arbeit die Grenzen der technischen Beschneiung in Bezug auf den nachhaltigen Tourismus und zeige mit diversen Rückkopplungen die Gründe für diese Grenzen auf.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen? 

Tourismus und Nachhaltigkeit sind Themen, die ich im Ergänzungsfach Geografie sehr spannend fand. Am Ergänzungsfachtag durfte ich zudem die Wissenschaft der Systemdynamik kennenlernen. Dies ist eine zukunftsorientierte Methode, verschiedene Problemstellungen zu betrachten und insbesondere Fragen der nachhaltigen Entwicklung zu analysieren. Nach umfassender Recherche sowie zahlreichen Gesprächen mit meiner Betreuungsperson und einer Professorin für Systemdynamik entwickelte ich meine Fragestellungen.

Was war das Spannendste bei der Erarbeitung?  
 
Begeistert haben mich vor allem die vielen systemischen Zusammenhänge, die am Schluss der Modellierung erkennbar wurden. Die Systemdynamik verleiht mit der Entstehung vieler Rückkopplungen und der Erkennung verschiedener Muster einen neuen Blick auf Problemstellungen. Sie befähigt dazu, Verbindungen herzustellen, die mit linearem Denken nicht sichtbar wären.

Was können Sie den zukünftigen Maturand:innen für die Erstellung der Maturarbeit mitgeben?

Ich würde ihnen empfehlen, auch neue Methoden auszuprobieren und sich nicht auf klassische Ansätze zu beschränken. Wichtig ist zudem, offen für spontane Veränderungen im Arbeitsprozess zu bleiben, da sich vieles leider nicht im Voraus planen lässt – und nicht zuletzt natürlich Freude an der ganzen Sache zu haben.

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