Gedenken an den Holocaust

Seit über zwanzig Jahren sollten Schweizer Schulen des Holocaust gedenken. Allerdings kommen bislang nur wenige Schulen diesem Anspruch nach. Deshalb organisierten Studierende und Lehrpersonen der KME zwei Anlässe zu diesem Thema: einen «Memory Walk» zu Stolpersteinen und den Besuch einer Holocaust-Nachfahrin, die von ihrem Grossvater erzählt.

Die Schweiz tat sich lange schwer, sich mit dem Holocaust auseinanderzusetzen. Seit der Jahrtausendwende gibt es jedoch vermehrt Bestrebungen, sich mit dem Thema zu befassen. So trat der Bund 2004 der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) beiIn diesem Jahr wurde auf Initiative der Eidgenössischen Erziehungsdirektor:innen-Konferenz an Schweizer Schulen zum ersten Mal ein Gedenktag begangen. Mit zwei Veranstaltungen zum Thema hat die KME versucht, das Erinnern an den Holocaust umzusetzen. 

Zum einen fand ein «Memory Walk» zu Stolpersteinen statt. Seit 2020 erinnern die Steine auch in Zürich an Opfer des NationalsozialismusStudierende trugen die Biografien der Personen vor, die wegen ihrer jüdischen Religion oder ihrer antifaschistischen Gesinnunverfolgt wurden.

Die zweite Veranstaltung wurde durch die Stiftung Erziehung zur Toleranz ermöglicht, welche Nachfahr:innen von Holocaust-Opfern an Schulen vermittelt. So besuchte Naomi Wyler die KME, um vom Schicksal ihres Grossvaters zu erzählen. Der 1937 in Ungarn geborene Otto Schmelzer überlebte den Krieg und die deutsche Besatzung und floh 1956 während des Ungarnaufstands in die Schweiz. Eindrücklich berichtet sie von schicksalhaften Wendungen und der menschenverachtenden Behandlung, die ihr Grossvater erlebte. Die 24-jährige Enkelin berichtet heute vor Schulklassen über ihre Familiengeschichteum zu zeigen, «dass das Thema auch jüngere Generationen etwas angeht und so etwas wie der Holocaust nie mehr passiert». 

Text: Miguel Garcia

Bild: Roberto Huber