Literatur im Gespräch

Gianna Molinari las aus ihrem Roman „Hier ist noch alles möglich“.

„Sein Maul ist leicht geöffnet, er hechelt, seine Zähne sind sichtbar. … Der Wolf dreht seinen Kopf in meine Richtung.“ Die Ich-Erzählerin in Gianna Molinaris Romanerzählung ist eine junge Frau, die in einer stillgelegten Fabrik als Nachtwächterin arbeitet und die Aufgabe hat, das Fabrikgelände zu überwachen, auf dem angeblich ein Wolf gesichtet worden war. Darin eingebettet ist eine wahre Geschichte, die Geschichte eines Mannes, der vom Himmel fiel. So geschehen im Jahr 2010 in der zürcherischen Gemeinde Weisslingen, wobei es sich vermutlich um das Schicksal eines aus Afrika geflüchteten Mannes handelt, dessen Identität nicht festgestellt werden konnte. Hat die Nachtwächterin den Wolf gesehen oder hat sie ihn bloss halluziniert? Dies bleibt offen im Roman und blieb offen im Gespräch zwischen der Autorin und den Studierenden, die im Deutschunterricht „Hier ist noch alles möglich“ gelesen und für diese Lesung Fragen vorbereitet hatten.