Maturfeier Juli 2025
Eine Maturrede übers Scheitern…
Der diesjährige Maturredner Nathan Elia Schmid wollte einst Tennisprofi werden. Dann absolvierte er die KME und wurde Medizinstudent. In seiner Rede widmete er sich dem Scheitern.
«Die meisten von Ihnen haben sich dazu entschlossen die KME zu absolvieren, weil sich in Ihrem beruflichen oder schulischen Werdegang etwas anders entwickelt hat», sagte Nathan Elia Schmid an der diesjährigen Maturfeier der Vollzeitklassen. Der ehemalige KME-Absolvent und angehende Chiropraktor erhielt während seines Studiums den «Premio Pusterlo» für Medizinethik. Mit Frische und Humor blickte er zurück auf seinen Werdegang – insbesondere auf sein Scheitern.

Ausgangspunkt seiner Überlegungen war der Spruch «Man kann alles schaffen, wenn man nur genug will». Diesen entlarvte er – auch mit Hilfe von Bemerkungen von Studierenden, die vorgängig dazu befragt worden waren – als Plattitüde. «Manchmal scheitern wir und schaffen etwas nicht, Punkt.»

Schmid berichtet von seinem geplatzten Traum, Profisportler zu werden, von seiner Arbeit als Aushilfskraft in einer Spitalkantine und von seiner grossen Klappe und Misserfolgen in der Schule. «Und hier stehe ich nun vor Ihnen; eine frühzeitig abgebrochene Tennis-Jungprofikarriere, drei benötigte Gymiprüfungen, zwei Numerus Clausus Versuche und zwei wiederholte Medizin-Examina später», resümierte er. «Etwas ‘Nichtgeschafftes’ bedeutet jedoch zwangsläufig immer, die Chance zu erhalten, etwas anderes zu schaffen. […] Nicht immer erreichen wir unsere Ziele beim ersten Mal. So müssen wir unsere Einstellung vielleicht ändern und unser Glück aufs Neue versuchen.»
