Maturfeier unter einem besonderen Stern

Die diesjährige Maturfeier war in doppelter Hinsicht etwas Besonderes: Gleichzeitig mit dem 50-jährigen Geburtstag der KME fielen erstmals in ihrem Bestehen die Maturitätsprüfungen aus. 

«Dass Sie ein besonderer Jahrgang sind, steht ausser Zweifel. Sie haben die Matura in einem Jahr abgelegt, das im historischen Gedächtnis stets mit einem aussergewöhnlichen Ereignis verbunden sein wird», sagte Rektor Martin Klee in seiner Begrüssung auf die Corona-Pandemie anspielend. Diese führte dazu, dass die Maturand*innen ihr letztes Semester im «distance learning»-Modus absolvierten und die Abschlussprüfungen ausfielen. 

 

Aussergewöhnlich war auch, dass die Feier überhaupt in diesem Rahmen stattfinden konnte. Denn erst anfangs Juni gab die Bildungsdirektion grünes Licht für die Durchführung und erst wenige Tage vor der Veranstaltung war klar, dass diese mit allen 150 Beteiligten im Careum durchgeführt werden durfte, ohne mehrere Gruppen bilden zu müssen. 

 

Der Glaube an die zweite Chance 

 

Als Redner konnte Peter Haerle gewonnen werden. Der Direktor von Kultur Stadt Zürich erzählte just 50 Jahre, nachdem die KME ihren Betrieb aufgenommen hatte, wie sein Vater durch einen Bekannten zur Gründung der Schule inspiriert wurde. Sein Vater, Philipp Haerle, der die KME bis 1986 leitete, habe sich dabei an zwei Ideen orientiert, diejenige der Bildung und diejenige der zweiten Chance, so Haerle. «Die KME stiess eine wichtige Türe auf, hat viele Lebensläufe vieler Menschen geprägt und hat ihnen neue Biografien ermöglicht.» 

 

In die Zukunft blickend schloss der Redner seine Ausführungen mit einem Wunsch an die Abgänger*innen, die mit dem Matura-Zeugnis ihr Attest für die Reife erhielten, anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft zu übernehmen. «Irgendwann werden Sie in Funktionen kommen, in denen Sie entscheiden können, ob andere Menschen eine zweite Chance erhalten. Was es dazu braucht, ist der Glaube an die Entwicklungsfähigkeit der Menschen und eine Portion Grosszügigkeit.»