Schwerpunktfachtage 2026
Auch in diesem Jahr durften sich die Studierenden des 5. Semesters über ein abwechslungsreiches und spannendes Programm während der Schwerpunktfachtage freuen. Einige Eindrücke sind auf Bildern und einem Video festgehalten.
Zum Auftakt der Schwerpunktfachtage besuchte die Lateinklasse am Mittwochabend die ‚Hekabe‘-Aufführung im Schauspielhaus. Anderntags übersetzten die Studierenden Passagen aus der ‚Apocolocyntosis‘, einer Satire auf Kaiser Claudius‘ Tod, und aus der berühmten Schrift ‚Utopia‘ des Humanisten Thomas Morus. Das Mittagessen hatten die Studierenden nach Rezepten des römischen Kochs Apicius zubereitet: Gurkensalat, Randen Dip, selbstgebackenes Brot, ein Erbsen-Linsen-Gericht, geschmorte Champignons, mit Nüssen gefüllte Datteln, süsse Brothäppchen. Dann ging es an die Uni zu einer archäologischen Tagung mit dem Thema ‚Bild und Technik’. Archäologische Visualisierungskulturen im Wandel‘. Der zweite Tag begann in der Handschriftensammlung der ZB, wo der Handschriftenexperte Rainer Walter mit viel Anschauungsmaterial über Schriftträger, Schreibtechnik und Schrifttypen antiker, mittelalterlicher und humanistischer Codices sprach und die Studierenden mit Fragen in seine Ausführungen einbezog.
Zum Schluss führte der für die Archäologische Sammlung der Uni verantwortlichen Kurator Martin Bürge durch das Museum, indem er anhand von Statuen und Vasenbildern nahezu das gesamte Spektrum der griechisch-römischen Kunst, Literatur, Geschichte und Gesellschaft auffächerte.
Das SPF-Spanisch hat sich des Themas kulturelle Vielfalt im spanischsprachigen Sprachraum mit verschiedenen Aktivitäten angenommen. Die Studierenden befassten sich mit der Geschichte der Unabhängigkeit der spanischen Kolonien, lernten, «patacones, yuca und arepas» zuzubereiten, kamen mit Künstler*innen der spanischsprachigen Welt in Kontakt und versuchten, ihre Stile «nachzumalen». Den krönenden Abschluss bildeten Präsentationen über verschiedene Musik- und Tanzstile sowie ein kleine Tanzworkshop in Bachata.
Im Rahmen der Schwerpunktfachtage Biologie/Chemie hat sich die Klasse SCB5a mit der physiologischen und molekularbiologischen Grundlage der Geschmackswahrnehmung beschäftigt. Am Donnerstag fand an der ZHAW Wädenswil ein Sensorik-Kurs zur Analyse des Geschmacks- und Geruchssinns statt. Am Freitag wurde im Labor der KME mittels PCR ein Bitterrezeptor-Polymorphismus (TAS2R38) untersucht und damit eine zentrale Methode der molekularen Genetik praktisch angewendet.
Die SCB5c setzte sich am Donnerstag den ganzen Tag am Irchel mit personalisierter Medizin auseinander. Am Freitagvormittag waren die Studierenden am Sitem in Bern und hörten viel über klinische Forschung und Studien, am Nachmittag besuchte die Klasse das naturhistorische Museum.
Anhand anschaulicher Beispiele und Experimente ist die Klasse mit dem Schwerpunktfach Physik/Anwendungen der Mathematik am ersten Tag in ein neues und bedeutsames Problemfeld eingestiegen, das zur Entwicklung einer eigenen mathematischen Theorie geführt hat: der Variationsrechnung. Dabei konnten die Lehrpersonen den Studierenden einen fundierten Einblick in diese Theorie geben und sowohl die wesentlichen Unterschiede als auch die Analogien zu klassischen Optimierungsproblemen herausarbeiten.
Einmal mehr wurde das fruchtbare Zusammenspiel von Physik und Mathematik deutlich: Beobachtete Phänomene wie Minimalflächen wurden analysiert, theoretisch durchdrungen und mathematisch modelliert. Hierfür nutzten wir eine modifizierte Form der Euler-Lagrange-Gleichung, Methoden der Differentialgleichungen sowie GeoGebra als Visualisierungswerkzeug.
Am zweiten Tag besuchte die Gruppe das Paul-Scherrer-Institut (PSI). Neben einem praxisnahen Workshop zu akustischen Wellen erhielten die Studierenden bei einem spannenden Rundgang durch die beeindruckenden Grossanlagen, darunter Zyklotron, Synchrotron und die Protonentherapie, einen eindrücklichen Einblick in die aktuelle Forschung und ihre medizinischen Anwendungen.
Im Schwerpunktfach Musik hat die Klasse mit dem Schwerpunktfach Musik Einblick in ganz unterschiedliche Themen bekommen: Ballett, Musiktherapie, Oper und Kunstgeschichte.
Ballett: Leonie und Ramon haben uns ins klassische Ballett eingeführt; alle haben mit Hingabe mitgetanzt.
Musiktherapie: Wie wirken Klänge? Die Studierenden machten eigene Erfahrungen mit Klangschalen & grossem Tamtam-Gong und Körpermonochorden.
Opernhaus Zürich backstage & Orchesterprobe: Patrick Schetters führte uns hinter die Kulissen und wir durften einer Orchesterprobe zu Cardillac von Paul Hindemith zuhören.
Kunsthaus Zürich: Matthias Schaedler hat eine Bilderauswahl zu Barock, Klassik und Romantik getroffen und der Klasse in einer Führung im Kunsthaus Zürich diese Epochen nähergebracht, u.a. mit zwei Bildern: Schlafende Venus von Satyrn überrascht von Nicolas Poussin (1594-1665) und Amor und Psyche von Angelika Kauffmann (1741-1807).
An den Schwerpunktfachtagen Wirtschaft & Recht standen die Studierenden dieses Jahr unter Strom. Im Fokus lagen Strafrecht, Handel und Stromerzeugung. Den Auftakt bildete der Besuch am Obergericht Zürich, wo die Studierenden einen Prozess zu einem Angriff mit einem Teppichmesser am Hauptbahnhof Zürich verfolgten. Im Zentrum stand die rechtliche Abgrenzung zwischen versuchter vorsätzlicher Tötung und schwerer Körperverletzung.
Ein weiterer Schwerpunkt führte zu economiesuisse, wo die Bilateralen III sowie die zugrundeliegenden politischen und wirtschaftlichen Prozesse diskutiert wurden. In einer intensiven Auseinandersetzung stellten sich die Studierenden anspruchsvollen Fachfragen, unter anderem zur weiteren Liberalisierung des Strommarktes.
Diese Themen wurden beim abschliessenden Besuch des Kernkraftwerks Beznau I und II vertieft, wo Fragen der Stromerzeugung konkret erfahrbar wurden. Über alle Programmpunkte hinweg traten die Studierenden ausserordentlich fachkundig auf und überzeugten durch reflektierte Beiträge und fundiertes Fachwissen. Besonders das professionelle Auftreten im Gericht soll an dieser Stelle erwähnt werden.
Das SPF Italienisch hat sich mit dem Thema „Oper” auseinandergesetzt. Den Einstieg bildete eine Führung von Patrick Schetters durch die Oper Zürich mit Blick hinter die Kulissen, wo die Studierenden spannende Eindrücke von der Kostümschneiderei bekamen. Anschliessend gab es einen kulinarischen Exkurs, bei dem die Studierenden authentische Gerichte kochten und genossen. Am Nachmittag stand die Geschichte der Oper und der berühmten italienischen Opernkomponisten wie Rossini, Puccini oder Verdi im Mittelpunkt. Die Studierenden lernten, die wichtigsten Merkmale der Oper zu erkennen, und bereiteten sich so auf die Vorstellung „Le nozze di Figaro“ vor, die sie am Abend im Opernhaus besuchten. Am Freitag hielten alle ihre Eindrücke und wichtigsten Impressionen fest und stellten ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis, indem sie eine besonders eindrückliche Opernszene nachspielten.
In ihrem interdisziplinären Projekt „Mythos vom Bösen – eine Spurensuche zwischen Denken und Verhalten“, das die Fächer Psychologie, Pädagogik und Philosophie umfasst, hat sich das SPF Philosophie/Psychologie/Pädagogik mit der Frage nach „dem Bösen“ aus unterschiedlichen Perspektiven diesem Thema genähert. Zunächst erfolgte eine philosophische Grundlagenreflexion und Dekonstruktion des Begriffs, ergänzt durch psychologische Erklärungsansätze. Abgerundet wurde das Projekt mit dem Besuch in einer ehemaligen Strafanstalt, die heute als Ausbildungsgefängnis genutzt wird. Dort wurden die Studierenden unmittelbar mit den Lebensrealitäten von Menschen konfrontiert, die wegen Gewalt-, Eigentums- oder Körperverletzungsdelikten inhaftiert worden waren.
Die Klasse hat ihre theoretische Auseinandersetzung in Form von Instagram-Posts veröffentlicht. Diese können hier eingesehen und verwendet werden: https://www.instagram.com/schwerpunktfachtage.ppp/